Praxistag 04/12

Aus der Praxis für die Praxis

Kolleginnen und Kollegen stellen ihre Arbeit vor

Der diesjährige Praxistag aus der Praxis für die Praxis fand in den angenehmen Räumen der Evangelischen Stadtakademie in München Stadtmitte statt.
Nach der Begrüßung, einem Lied mit Wolfgang Friederich und der Vorstellung der Referenten durch den Moderator des Tages, Martin Meir, teilten sich die Teilnehmer in zwei Gruppen.

Lisa Böhm stellte ihre Aufstellungen mit den Urprinzipien und auf dem Horoskoprad mit praktischen Beispielen vor. Zunächst wurde ein Kreis der Urprinzipien mit 12 neutralen Bodenankern ausgelegt. Alle standen auf den Bodenankern und die Aufgabe war, hineinzuspüren, wie die Kräfte ohne sie zu benennen wahrgenommen werden. Mit einer Teilnehmerin erarbeitete sie die Beziehung zu einer Kraft, die zunächst unangenehm, mit Hilfe einer zweiten Kraft als konstruktiv wahrgenommen werden konnte. Erst dann wurde ihr mit eigenen Worten ein Name gegeben. Dann wurden die Bodenanker durch fotografische Collagen, die die 12 Sternzeichen darstellen, eingehend betrachtet und gespürt. Lisa hat dann einige theoretische Erläuterungen zur systemischen Deutung der Sternzeichen gemacht. Abschließend folgte  eine sogenannte Trockenaufstellung zur Veranschaulichung der Möglichkeiten von Aufstellungen auf dem Horoskoprad mit dem Thema “Mehr Erfolg im Beruf“. (geschrieben von Martin Meir)     

Marianne Wiendl stellte nach einer persönlichen und theoretischen Einführung ihr Konzept einer systemischen Augentherapie vor. Eine beeindruckende Erkenntnis ist für sie der Zusammenhang zwischen „Augenstörungen“ und Familiensituationen.
Beide Augen nehmen unterschiedliche Bilder wahr, die im Sehzentrum zu einem Bild zusammengebracht werden müssen, so wie ein Kind das Bild von Vater und Mutter zusammenbringen muss. Um dies persönlich zu erfahren wurden die Teilnehmer nach einer geführten Meditation dazu eingeladen vom Sehzentrum aus ihre Augen zu besuchen. Nach einem Austausch mit dem Nachbarn sollten die gewonnenen Erfahrungen für jedes Auge auf ein DIN A 4 Blatt gemalt werden. Anschließend wurden die Blätter mit einem dritten für das Sehzentrum auf dem Boden ausgelegt. Die Aufgabe war es, sich jeweils auf die drei Platzhalter zu stellen und die drei Bilder in Einklang zu bringen. Abschließend wurde in einer interessanten Diskussionsrunde darüber gesprochen.  

Nach der Mittagspause trafen sich die Teilnehmer mit Wolfgang Friederich zur zweiten Gesangsrunde, die u.a. sehr schnell dazu verhalf sich zu sammeln und auf die kommenden workshops zu konzentrieren. Anschließend teilten sich die Teilnehmer wieder in zwei Gruppen.

Joachim Vieregge gab den Teilnehmern seines workshops die Gelegenheit in kleinen Übungen zu erfahren, wie durch Kontemplation und Körperbewegung die Wahrnehmung als Stellvertreter verändert wird. Zunächst führte er die Gruppe mit
einer Meditation in das wissende Energie-Feld. Er erklärte mit Hilfe verschiedener energetischer bzw. spiritueller  Ansätze, dass die Lösungen für jedes Familiensystem bereits vorhanden sind. Durch spirituelle Praxis, Meditation und Energieübungen kann die Verbindung zu diesem Energiefeld hergestellt  werden. Mit aussagekräftigen, kurzen Vorher-Nachher-Sequenzen konnte sich jeder Teilnehmer selbst davon überzeugen und eigene Erfahrungen sammeln. Anschließend folgte eine praktische Aufstellung mit einer Teilnehmerin, in der der Referent seinen Ansatz verdeutlichte.

Lorenz Wiest erklärte anhand von praktischen Beispielen, wie er mit Blockaden bei den Stellvertretern umgeht: Ein Patient, der die Mutter nicht nehmen kann, muss erst durch die Gefühle der Wut, der Trauer und des Schmerzes gehen, bis er aufgrund des Kippphänomens in die Liebe kommen kann. Das „Backing“ (die Hand auf den Rücken des Stellvertreters legen) kann von diesem als lösend und unterstützend erlebt werden. Das Aufstellen eines persönlichen Anteils z.B. „das liebende Herz der Mutter“ ermöglicht dem Klienten eine neue Erfahrung mit dieser Person zu machen. Außerdem ist dem Referenten das Verständnis der gespeicherten Erinnerungen bedeutsam. Die Erinnerungen  bleiben, können aber durch neue ergänzt werden. In einer konkreten Aufstellung hat er dann das vorher Gesagte umgesetzt. In einer abschließenden Übung ließ er die Teilnehmer in Dreier-Gruppen (Vater-Mutter-Kind) aufstellen und aus den jeweiligen Positionen über ihre „guten Beiträge“ für das eigene  Familiensystem berichten. Die Positionen wurden dreimal gewechselt, so dass jeder in jeder Position stand.

Der Tag wurde von Martin Meir mit einem Dank an die Referenten und die Teilnehmer beendet, die den Tag in seiner Vielfalt sehr bereichernd fanden und von der guten Atmosphäre und dem Miteinander begeistert waren. 

München, 23.4.2012

Lisa Böhm                   
Erste Regionalsprecherin

Dr. F. McCarthy
Stv. Regionalsprecherin