Regionaltag 2016

Familienstellen mit Figuren

Am Mittwoch, den 16.November 2016 fand von 9.00 bis 18.00 Uhr der Regionaltag der DGfS-Regionalgruppe Bayern-Süd mit den Referentinnen Sieglinde Schneider und Lisa Kalteis, in den Räumen des Klangheilzentrum, Ötztaler Str. 1b in München, statt. Über 70 Teilnehmer zeigten das große Interesse an dieser Veranstaltung, mit den angebotenen Workshops und deren ReferentInnen.

Nach einer kurzen Begrüßung der Teilnehmer, der Bekanntgabe der organisatorischen Details und einer kurzen Vorstellung von Sieglinde Schneider durch Andreas L., übernahm Sieglinde das Wort.
Sie erzählte von ihrem Erfahrungshintergrund und wie sich ihre Arbeit mit Figuren entwickelt hat. Sieglinde und ihr Mann Jakob nahmen schon sehr früh an den Seminaren bei Bert Hellinger teil. Daraus entstand die Idee, dass die systemische Arbeit jenseits von Gruppenaufstellungen auch in der Einzelarbeit möglich sein müsste. So entstand das Familienstellen mit Figuren, dass Sieglinde nunmehr seit vielen Jahren weltweit anwendet und lehrt.

Sieglinde erklärte uns zunächst, wie sie arbeitet und welche Vorteile diese Arbeit hat. So kann eine Problembeschreibung schnell unterbrochen werden, indem man den Klienten bittet, doch gleich einmal zu beginnen und sich und beispielsweise seine Frau aufzustellen. Ein weiterer Vorteil ist, dass mit Figuren zu arbeiten gegenüber Gruppenaufstellungen ermöglicht, das vorgebrachte Thema des Klienten schon mal deutlich zu erweitern, was in Gruppen so nichtmöglich ist. So ist es möglich, den Blick auf mehrere Generationen zu richten und auf das Zusammenwirken der Schicksale in der Vater- und Mutterfamilie und die Wirkungen daraus auf den Klienten, zu schauen.

Nach der theoretischen Einführung bot Sieglinde an, dies in der Praxis zu demonstrieren, wenn es ein Anliegen aus der Gruppe gibt. Dieses Angebot wurde reichlich nachgefragt. So kam es, dass 7 Anliegen mit unterschiedlichsten Dynamiken angeschaut werden konnten. Dabei zeigten sich unterschiedliche Dynamiken mit teilweise tiefer Ergriffenheit.

Die Teilnehmer waren von der Arbeit von Sieglinde tief beeindruckt und wünschten sich eine Gelegenheit um die gemachten Erfahrungen und Einsichten zu vertiefen. Sieglinde erklärte sich bereit, bei hinreichendem Interesse, einen ganzen Tag anzubieten. Mit der Erkenntnis, dass sich mehr als die Hälfte der Teilnehmer in der bereit liegenden Liste eingetragen haben, ging ein an Eindrücken reicher Vormittag zu Ende.

Den Nachmittag gestaltete Lisa Kalteis mit dem Figurenstellen auf intuitiv gemalten Bildern. Lisa ist eine erfahrene Gestalt-Kunsttherapeutin. Kunsttherapie ist eine ressourcenorientierte psychotherapeutische Methode. Wir konnten erleben, dass spontan gemalte Bilder Unbewusstes ans Licht zu bringen und wir der Hand vertrauen können, dass sie in Farbe und Form das ausdrückt was uns in der Tiefe beschäftigt. Dies wahrzunehmen und anzuerkennen was ist, wirkt tief ins Unterbewusstsein und mobilisiert gesunde Ich-Anteile. So wird die Malfläche zum Boden der Wirklichkeit.

Wir hatten die Möglichkeit unser Gefühlsbild zu malen und wir konnten uns anschließend dazu mit einem Gegenüber austauschen. Eine zweite Erfahrung war, nach einer Fantasiereise zum eigenen Wohlfühlort (sicheren Ort) zu gelangen, indem wir diesen malerisch gestalteten, der im Anschluss als Bodenanker für Figuren diente. (Siehe auch Bericht in der Stellland Nr. 6)

Eine Einführung in die Klopf-Technik EFT (Technik der Emotionalen Freiheit) eine Methode aus der „energetischen Psychologie“, die durch Stimulation von Akupressurpunkten unterstützend bei emotionalem Stress wirkt, rundete einen an Erfahrung reichen und wirkungsvollen Nachmittag ab.

Anzing, 09. Januar 2017
Andreas Lechner Regionalsprecher

Mit nachfolgendem Link können Sie diesen Bericht auch im pdf-Format downloaden:
Bericht vom Regionaltag 2016 der Regionalgruppe Bayern-Süd