Weiterbildung 05/14

Weiterbildung – Supervision mit Margret Barth

Am 03. und 04. Mai 2014 fand in den Räumen des Klangheilzentrums Ötztaler Str. 1b in München ein Wochenende mit der Möglichkeit von Supervision, eigenen Themen der Teilnehmer sowie Erfahrungen zu sammeln im Hinblick auf Rituale in der Aufstellungsarbeit, nach Daan van Kampenhout, statt.

Nach einer ausführlichen Kennenlern-Runde der TeilnehmerInnen, einleitenden und die Arbeit mit Ahnen und Ahnenfeldern erklärenden Worten durch Margret Barth, begann die Arbeit mit einem Ritual.

Margret Barth bat die TeilnehmerInnen , zwei Kreise zu bilden. Die Hälfte der TeilnehmerInnen stellte sich innen, nach außen blickend, die andere Hälfte stellte sich in einen Außenkreis und blickten nach innen. So ergaben sich Paare, die sich exakt gegenüber standen.

Die Übung nennt Margret Barth das „Ritual zur Förderung gegenseitiger Achtung und einer Haltung des Nicht-Wertens in der Gruppe“.

Das Ritual begann, indem sich die Paare/Partner auf eine intuitive Art begrüßten und sich dann in etwa einem Meter Entfernung gegenüber standen, sich gegenseitig anschauten, ohne Worte. Nach einer Weile ließ Margret Barth die TeilnehmerInnen des Außenkreises einen Satz sagen, zum Beispiel: „Ich achte dich und dein Schicksal“ und anschließend sich vor dem Partner im Innenkreis zu verneigen. Danach sprachen die „Innenkreisler“ den gleichen Satz an den gegenüber stehenden Partner im Außenkreis und wiederum mit einer, jedem Einzelnen angemessen erscheinenden Verneigung. Danach verabschiedeten sich die gegenüberstehenden Paare voneinander.

Als Nächstes gingen die TeilnehmerInnen des Außenkreises im Uhrzeigersinn zum nächsten Partner. Das Ritual beginnt zunächst wieder mit Begrüßung, Abstand, Schauen ohne Worte, jedoch mit einem anderen Satz. Das Ritual dauerte so lange, bis der Kreis außen einmal die Runde gegangen ist. Jede „Partnerschaftsrunde“ bekam einen anderen Satz, so dass es keine inhaltlichen Wiederholungen gab. So waren die TeilnehmerInnen auf eine achtungsvolle Art einander zugewandt und eingestimmt.

Eine für die Gruppe eindrucksvolle Erfahrung war das aufgestellte Ahnenfeld eines Teilnehmers, der das eingebrachte Thema schon oft hat anschauen lassen - „es gibt keine Ruhe“. Das aufgestellte Ahnenfeld (nach Daan van Kampenhout) ergab, dass das beunruhigende/belastende Thema bei dem Urgroßvater der väterlichen Linie wie vermutet lag, aber mit dem Urenkel gar nichts zu tun hatte. Für diesen Urgroßvater kam die Hilfe von seinem Großvater. Aus Sicht des Klienten lag das belastende Ereignis also beim UrUrUrgroßvater. Als dieser mit seiner Kraft dem Urgroßvater den „Rücken stärkte“ konnte dieser erstmals seinen Urenkel, der schon längere Zeit vor ihm stand, sehen und erkennen.

Es war eine beeindruckende Arbeit, in der u.a. auch zu sehen war, dass die mütterliche Linie des Ahnenfeldes sich nicht geachtet fühlte, weil es in der Aufstellung lediglich um die Männer und auch Frauen in der väterlichen Linie ging. Durch achtungsvolle Intervention/Ansprechen der Stellvertreter in der mütterlichen Linie, fühlten auch diese sich geachtet.

Margret Barth ging anschließend auf Fragen ein und schilderte auch, dass es im Ahnenfeld nicht nur schwere, belastende Ahnen gibt, sondern das auch viele kraftvolle, unterstützende Ahnen in jedem System vorhanden sind.

Es folgte eine Übung, bei der sich jeweils 3 Personen zusammenfanden. Dabei war eine Person der Klient, der die beiden anderen benannte, als "die Kraft, die von außen kommt" und "meine innere Kraft", mit der Bitte an die beiden, sie mögen wohlwollend zusammenwirken. Nach 10-15 Minuten und einem kurzen Austausch – die Kraft die von außen kommt und meine innere Kraft gaben Feedback – wechselten die Personen, so, dass jeder einmal Klient sein konnte. Eine weitere Arbeit mit dem Ahnenfeld zeigte eindrucksvoll, wie sich Stellvertreter des Feldes intuitiv als kraftvoll und unterstützend für den „Nachfahren“ positionieren und hilfreich zur Seite stehen und andere aus dem Feld das Schwere vertreten haben.

Im Laufe dieser Arbeit, war die Mehrzahl derer, die für das Schwere standen erleichtert, wohlwollend und Einzelne davon sind bzw. hätten nach einer Weile auch das Schwere verlassen, und zu den kraftvoll-unterstützenden Ahnen wechseln können.

Als weitere Wahrnehmungsübung ließ Margret in 3er-Gruppen die Inhalte, Ich - Mutter - Leben erfahren, indem wieder gewechselt wurde und so jeder, jede Energie, spüren konnte.

Oder bei einer 2er-Übung in der sich „ich“ und mein Partner(in) oder auch der oder die frühere Partner(in) schräg gegenüber standen.

So wechselten sich eingebrachte Themen für Aufstellungen mit unterschiedlichsten Herangehensweisen in der Arbeit mit Ahnen und Ahnenfeldern einerseits und verschiedenartigen Wahrnehmungsübungen andererseits, auf eine als leicht empfundene Art und Weise, ab.

Es ließe sich noch vieles an eindrucksvollen Erlebnissen und Erfahrungen berichten. Wer sich für diese Art der Aufstellungsarbeit interessiert, es liegen Texte von Margret Barth zu einzelnen Vorgehensweisen vor, die auf Anfrage – unter info@praxis-lechner.info – gerne zur Verfügung gestellt werden.

In der Schlussrunde äußerten sich einige TeilnehmerInnen, dass sie die an diesem Wochenende gewonnenen Erkenntnisse gerne in ihrer Arbeit einsetzen möchten. Andere fanden es schade, dass es sich nicht ergab, ein Thema mit Supervision zu erleben. Gut die Hälfte der TeilnehmerInnen äußerten die Hoffnung, dass es nicht bei diesem Wochenende bleibt, sondern eine Fortsetzung möglich ist.

Am Sonntag gingen zwei intensive, volle und auffüllende Tage mit vielseitigen Eindrücken und Erkenntnissen zu Ende.

Neufinsing, 10. Mai 2014
Andreas Lechner
Regionalsprecher