Regionalgruppentreffen April 2013 - Die Schmerzen und der Krieg - Krankheit und Familiensystem

Ort: Praxis Lorette Purucker, Bayreuth, Albert-Preu-Straße 9
Impulsreferat: Thomas Geßner, Berlin. (www.gessner-aufstellungen.de)

„Die Schmerzen und der Krieg“ – Krankheit und Familiensystem

Fragen und Thesen des Impulsreferates:
Fragen

  1. Gibt es eine „Gnade der späten Geburt“ oder: Wie wirken die beiden großen Kriege in unseren Familiensystemen?
  2. Wozu werden wir krank oder: Welchen Nutzen können Krankheitssymptome haben.
  3. Woher wissen unsere Symptome, was sie zu tun haben oder: Wie wird die Energie des „Schreckens“ weitergegeben zwischen den Generationen?
  4. Wie reagieren Körper und Seele bei Krankheit aufeinander?
  5. Wie kommen Traumata durch Aufstellungen zur Sprache?

Thesen

  1. Krankheiten sind familiensystemische Lösungsversuche zur Integration traumtischen Schreckens.
  2. Ihre Symptome sind Taten der Liebe, und zwar der (unbewussten) Bindnungsliebe.
  3. Symptome weisen zuverlässig  den Weg zum traumatischen Material.
  4. Die Verkörperung seelischer Schrecken als Krankheit reicht bis in die Dimension schwerer Behinderungen und genetischer Defekte.
  5. Aufstellungsarbeit ist Teil der lösenden und tranformierenden Sprache von Traumata.

Im praktischen Teil des Nachmittags nach der Pause begleitete Thomas Geßner 4 Aufstellungen zu Anliegen aus dem Teilnehmerfeld. Besondere Aufmerksamkeit fanden die stark körperorientierte Arbeit Thomas Geßners sowie seine „entritualisierte“ Form des Aufstellens. Er behandelt Aufstellungen als selbstverständlichen Lebensvollzug und verzichtet z.B. auf den Ritus der Übergabe der Rollen und der Positionierung der Stellvertreter durch den Klienten. Auf diese Weise finden die Stellvertreter ihren Platz auch ohne vorher „gestellt“ zu werden.