Bericht zur 8. DGfS-Tagung - März 2013

...präsent, gelassen, dankbar....
Gelebte Spiritualität in Beruf und Alltag

Gelungen - mehr fällt mir im Moment nicht ein, wenn ich an die vergangenen drei Tage denke. Danke an Lisa Böhm, die Referenten, die KünstlerInnen und alle Unterstützenden, die uns über drei Tage hinweg ein vielfältiges und perfekt organisiertes Programm boten.

Drei Tage, drei Säulen: Tag der Präsenz, Tag der Gelassenheit und Tag der Dankbarkeit, luden dazu ein, sich selbst näher zu kommen, (noch) aufmerksamer zu werden und Spiritualität im Kontext mit systemischer Arbeit auf unterschiedlichen Ebenen zu erfahren. Die Tagung dürfte für lange Zeit in unseren Herzen in Erinnerung bleiben. Es gelang mit der Auswahl der Referenten und Künstlern, einer sinnvollen Einteilung, perfekten Organisation und Vielfältigkeit, ein rundes mit wunderbaren Übergängen gespicktes Programm anzubieten. Es wurde an vieles gedacht - von der Garderobenbetreuung über die Tagungsmappen bis hin zum Bühnenbild der Künstlerin Anneli Jungesblut und die freundlichen Helfer- wir waren rundum bestens versorgt.
Die Veranstaltung stand am ersten Tag unter dem Motto: „Tag der Präsenz" und begann kurz nach 9:00 Uhr mit dem großen Gong.

Lisa Böhm, Organisatorin der Veranstaltung, gab uns auf humorvolle, professionelle und charmante Weise Ein- und Ausblicke für die folgenden drei Tage, begrüßte alle Teilnehmer, Mitglieder, Referenten, Funktionsträger, Helfer und benannte als besonderen nicht anwesenden Ehrengast (in ihrem Herzen) Bert Hellinger.

Barbara Innecken, die erste Vorsitzende der DGfS, schloss sich mit ihrer Begrüßung an. Sie stellte diese Tagung in die Reihe der bisherigen DGfS Tagungen und Kongresse, die 1997 in Wiesloch begann und in Würzburg, Köln und Wuppertal weitergeführt wurde. Während die früheren Tagungen die Entwicklung der Aufstellungsarbeit auf breiter Basis widerspiegelte, ist diese Tagung die erste, die einen thematischen Schwerpunkt gesetzt hat: die Spiritualität.
Spiritualität schwingt in besonderem Maße in der Aufstellungsarbeit mit als etwas, das unser Alltagsbewusstsein bereichert, größere Zusammenhänge ahnen lässt und das Sinnhaftigkeit spürbar macht. Gleichzeitig - und hier liegt der Schwerpunkt der Tagung - ermöglicht die Aufstellungsarbeit, Spiritualität in ganz lebenspraktischen Werten wie Präsenz, Gelassenheit und Dankbarkeit zu erleben und einzuüben.
Zum Schluss wünschte sie allen bereichernde und inspirierende Tage, lebendigen kollegialen Austausch und gute Begegnungen in der großen Aufstellerfamilie.

Nach der von Dr.Felicitas McCarthy angeleiteten Selbstreflexion zum Thema „Spiritualität", der angeleiteten Meditation von Lisa Böhm, dem gemeinsamen Singen mit Wolfgang Friederich und dem Vorstellen der Referenten des Tages und weiteren organisatorischen Informationen wurde der erste Programmpunkt mit der Anleitung zum spirituellen Breznessen abgeschlossen.

Die Pause war geprägt von lebendigem Austausch, Bücher- und CD-Ständen, Fachgesprächen, Informationen zur DGfS, Wiedersehensfreude, Lachen und Besinnlichem.

Der erste Referent Dr. Albrecht Mahr sprach über Aufstellungsarbeit und Spiritualität, Praxis, Forschung und Herzensschulung. Lebendig und humorvoll berichtete er über persönliche Erfahrungen mit der Spiritualität, informierte über Erkenntnisse der Hirnforschung, ließ seine psychoanalytische Sicht einfließen und seine Einstellung zur Spiritualität und Aufstellungsarbeit. Er sieht die Veränderung der Aufstellungsarbeit in vier Punkten: Die Entwicklung von der Intervention zur Selbstorganisation, die Täter-Opfer-Thematik, der Umgang mit Traumata und die Einbeziehung des „Jetzt".
In Bezug auf die Herzensschulung gab er uns ein paar Fragen mit auf den Weg: Wie können wir unserem geläuterten Herzen mehr Raum geben? Können wir grundloses Glücklichsein zulassen? Haben wir mehr zu lachen wenn wir der Wärme und Herzlichkeit mehr Raum geben?

Chantklänge lockten uns nach der Pause in den Festsaal zum gemeinsamen Singen und Miteinandersein.
Von 14:30 Uhr bis 16:30 Uhr verteilten sich die Teilnehmer auf fünf verschiedene Workshops die im Folgenden kurz beschrieben werden:

Dr. Guni Baxa ließ uns mit ihrem Workshop „Auf Erden gehen mit offener Seele" nach einführenden Körpererfahrungen auf ihre achtsame und einfühlsame Weise spüren, wie sich die Seele in dem individuellen, dem kollektiven, dem familiären und dem universellen Feld bewegt und fühlt. Es war erstaunlich wie schnell sich tiefe, innere Bewegungen im Raum ausbreiteten. Wir durften einen tiefgreifenden Gruppenprozess erleben.
Manuela Lampert

Dr. Ursula Franke und Tom Bryson - Präsenz und Tod
Zuerst wurden Übungen aus dem Aikido zur Präsenz angeboten. Es geht dabei darum, die Personen - auch traumatisierte - durch Spüren, Schauen und Hören, die Kanäle für Präsenz, ins Hier und Jetzt zu bringen.
Danach gab es Aufstellungen zum Thema "Ich und die Präsenz" und "Ich und der Tod". Dabei konnte jeder zu sich selbst kommen an den Platz von Würde und Kraft, sich verneigen, das Göttliche in sich und dem anderen spüren.
Zum Schluss sagte Tom:" Das Leben ist ein Spiel und wichtig ist, dass es Spaß macht."
Angela Forster

Harald Homberger sensibilisierte uns in seinem Workshop „Familienstellen ist Meditation mit therapeutischen Nebenwirkungen" für die Wichtigkeit der meditativen Grundstimmung des Aufstellers. Gelingt es, in dieser Art der Aufmerksamkeit zu sein, werden seiner Erfahrung nach heilende Bewegungen im Aufstellungssystem möglich, die mit dem Verstand nicht zu erfassen sind. Sein Anliegen ist es, mit möglichst wenigen Worten und Interventionen das System sich selbst ordnen zu lassen.
Marianne Wiendl

Dr. Wilfried Nelles, der sich dem Thema „Das Familienstellen und die Evolution des menschlichen Bewusstseins" widmete, unterteilte den Lebenszyklus in sieben Zeitabschnitte - vom unbewussten Einssein des Embryos mit der Mutter bis hin zur Erleuchtung/Tod. Essentiell für jegliche Weiterentwicklung ist die wiederkehrende Trennung: bei der Geburt, in der Pubertät, räumlich von der Familie, im Arbeitsleben. Dieses Modell kann auf alle Gesellschaftsbereiche angewendet werden. Die Quintessenz: Dem inneren Lebensruf, sich selbst gerecht werden und nicht dem der Familie.
Martin Meir

Victoria Sneh Schnabel - Der Weg der Seele -
Die Seele sucht sich einen Körper, mit dem sie in diesem Leben Erfahrungen sammeln kann. Sneh spricht von einem Forschungsprojekt, in dem die Seele kein Scheitern erleben wird, denn alles, was ihr begegnet, gehört dazu, auch Stillstand und ein vom Weg abkommen. In zwei kleinen Aufstellungen zu zweit, hatte jeder von uns die Möglichkeit, mit seiner Seele und mit seinem Seelenplan/seiner Lebensaufgabe/seinem Lebensziel in Kontakt zu kommen.
Annegret Chucholowski

Um 17:00 Uhr erwarteten uns zum Podiumsgespräch sechs Aufsteller der ersten Stunde, die sich unter der Leitung und Moderation von Wilfried de Philipp zum Thema „Über den Geist des Helfens" austauschten: Dr. Guni Baxa, Siegfried Essen, Dr. Albrecht Mahr, Dr. Eva Madelung und Victoria Sneh Schnabel.
Sie schilderten persönliche Erfahrungen, wie sie mit dem Geist des Helfens in Berührung kamen, welchen Einfluss Bert Hellinger auf ihr berufliches Wirken und auf die Haltung des Helfens hatte und wie sie diesen Geist in ihr berufliches Wirken einbinden. Die letzte Frage bezog sich auf die Kraftquelle in ihnen, die sie zum Helfen befähigt.

Sabine Bundschu beendete den ersten Tag mit ihrem Programm „Music from the Heart" - Musik zum Lauschen und Mitsingen und erzeugte eine noch größere Verbundenheit zwischen den zuhörenden und singenden Menschen im Saal.

Der nächste Tag begann schon bei der Garderobenabgabe mit den aus dem Festsaal tönenden Klängen von Wolfgang Friederich.
Lisa begrüßte uns alle zum zweiten Tag, dem Tag der Gelassenheit und kündigte Michaela Kaden an, die uns in den folgenden drei Stunden mit dem „Wirken jenseits von Worten" begleitete. Schade, dass es von diesem wunderbaren Vortrag und Workshop keine elektronischen Aufzeichnungen gibt.
„Heute ist ein Glückstag - wir können uns lassen, alles lassen"- waren ihre einleitenden Worte, gefolgt von der Einladung zu einer innigen Begegnung mit uns selbst. Sie sprach davon, dass sie, als im Podium die Frage gestellt wurde, was sie von Bert Hellinger mitnahm, keine Antwort für sich fand. „Mir fiel nichts ein". Kurzes Schweigen und sie sprach weiter: „Dann spürte ich..., Ich spürte nichts..., doch es war ein NICHTS der besonderen Art. Es war eine Stille... Und mir wurde klar - er verbreitet STILLE. Die Stille, die das Gras wachsen lässt - es geht um die konsequente Anerkennung dessen was JETZT ist, eine innere Haltung einzunehmen, die es uns ermöglicht rezeptiv wahrzunehmen." Mit effektiven Übungen hatten wir die Gelegenheit die genannten Qualitäten persönlich zu erleben und in Partnerübungen deren Wirkung zu erfahren.

Der Nachmittag, wieder von den Klängen Wolfgangs eingeleitet, bot vielfältige Parallelworkshops, die nachfolgend kurz beschrieben werden:

Der angekündigte Workshop von Robert Doetsch konnte aus Krankheitsgründen nicht angeboten werden. Ersatzweise bot Wilfried Nelles seinen Workshop "Das Familienstellen und die Evolution des menschlichen Bewusstseins" an.
Nelles stellte uns in diesem Workshop sein Aufstellungsverfahren LIP (Lebens-Integrations-Prozess) vor. Dieses bezieht sich auf die sieben Stufen der Evolution des menschlichen Bewusstseins - ein Modell, das ihm 2007 auf „einer Autofahrt zugeflogen ist."
Zur Demonstration legte er für jede Stufe (Einheitsbewusstsein, Gruppenbewusstsein, Ich-Bewusstsein, Verbundenheitsbewusstsein, Sendungsbewusstsein, Ganzheitsbewusstsein und Allbewusstsein) einen Bodenanker im Kreis aus. Nachdem er die einzelnen Stufen der Gruppe erklärt hatte, arbeitete er mit einer Teilnehmerin an deren Problematik „nicht gesehen zu werden".
Was mich persönlich sehr beeindruckt hatte, war die Sichtweise Nelles auf die Entwicklung des Menschen - nämlich, dass jede Entwicklung eigentlich nur durch Trennung möglich ist: z.B. Geburt = physiologische Trennung von der Mutter, Erwachsenwerden = Trennung (Loslösung) von den Eltern etc. Die vielen Fragen am Schluss zeigten, wie sehr Nelles mit seiner Arbeit die Teilnehmer in seinen Bann gezogen hatte.
Dr. Felicitas McCarthy

Siegfried Essen - Selbstliebe statt Sucht und Ich - Aufstellung des Selbst
Nach einer kurzen Einführung in das Thema durften alle Teilnehmer ihr Selbst und ihr Ich gegenüberstellen, jeder konnte sich in der Rolle des Ichs und in der Rolle des Selbst erleben, der Unterschied dieser beiden Rollen wurde spürbar. Auch die Ängste und Bewertungen sowohl dem Ich, als auch dem Selbst gegenüber wurden deutlich.
In der folgenden Aufstellung einer Teilnehmerin konnten wir beobachten wie Selbst, Ich und Schicksal verstrickt sind und was es braucht, damit sie wieder zusammenfinden können. Eine tiefgreifende und sehr wichtige Arbeit, die das grundlegende menschliche Thema der Trennung von Ich und Selbst erfahrbar machte.
Manuela Lampert

Hanna Gaugler - Altern- Vollendung- Neubeginn
Unmittelbar lebendiges „Sein" erfahren ermöglichte die Referentin in ihrem Workshop mit folgender Übung: Wir bewegten uns durch den Raum, auf ein Zeichen gingen wir in Augenkontakt mit einer Person und ließen langsam aus der Tiefe die Worte: Ja, du... entstehen.
Dann trennten sich unsere Wege und wir kamen wieder bei uns an. Bei der nächsten Begegnung wurden die Worte noch durch eine Verneigung unterstrichen, so wie sie sich zeigen mochten.
Ein Diskurs über den Begriff Vollendung von Lebenskreisläufen, Unerledigtes/ Nicht Vollendetes schloss sich daran an; einige Teilnehmerinnen berichteten über Erfahrungen mit Tod in der Familie.
Ursula Hauffen-Neumann

Thomas Hafer - Burnout, Selbstvertrauen und Gelassenheit
Mit klaren Worten erläuterte uns Thomas Hafer die Dynamik des Burn Outs, ein Thema, das in der Zeit der heutigen Globalisierung immer mehr an Brisanz gewinnt. In seinen Augen verlieren die Menschen mit extremen Belastungen vor allem die Fähigkeit und den Glauben an das „Ich kann...". Er zeigte uns, wie er in seinen Seminaren mit einfachen Schritten vorgeht, um Betroffene wieder an diese Grundqualität anzuschließen und damit zu ermöglichen, wieder in die Kraft zu kommen.
Marianne Wiendl

Harald Homberger - „Der Heilkreis"
Zum Einfinden wurde mit den Teilnehmern ein Mantra gechantet und meditiert. Wichtig ist, dass diese Energie die ganze Zeit aufrechterhalten wird. Ausdruck dafür ist, dass die ganze Gruppe und nicht nur ein einzelner die Aufstellung trägt. Nach der Äußerung des Anliegens wird nicht mehr gesprochen, allein die „Bewegung der Seele" führt dazu, dass die Stellvertreter sich selbständig in die Aufstellung einfügen. Beendet wird sie durch das Empfinden der Gruppe oder durch einen vorher bestimmten Zeitwächter - eine Aufstellungsform die hauptsächlich für erfahrene Systemaufsteller geeignet ist.
Martin Meir

Joachim Vieregge - Selbstwertgefühl - Kränkung, Kompensation, systemische und spirituelle Lösungen
„Das Selbstwertgefühl ist das Gefühl für die eigene Würde, gepaart mit der Zuversicht, etwas Gutes im Leben bewirken zu können. ... ." Joachim berichtete uns, dass Gedankenformen, elementare, geistige Konzepte der Eltern bzgl. Selbstwert - Selbstunwert schon sehr früh vom Kind unbewusst über seine Chakren aufgenommen werden und sich das Kind daran orientiert. In einer Partnerübung bekamen wir die Möglichkeit, einen Blick auf unser „Selbstwertgefühl" zu werfen. Besonders eindrücklich war für mich ein kleines Experiment: Einer Klientin wurde ihr Selbst-Entwerter gegenüber gestellt. Die Klientin war so sehr darauf fixiert, dass sie unfähig war, mit ihrem Selbstwertgefühl in Kontakt zu treten. Dies gelang ihr erst in dem Moment, als sie den Selbst-Entwerter einer größeren Kraft übergab.
Annegret Chucholwoski

Nach einer halbstündigen Pause ging es um 16:45 Uhr in die zweite Gruppe von Parallelworkshops.

Dr. Friedrich Assländer- Gelassenheit durch Dankbarkeit - Demut - Disziplin
Sein Anliegen ist es, Spiritualität und Wirtschaft mit einander zu verbinden. Als Zen-Schüler ist ihm die Achtsamkeit als Grundlage bei der Aufstellungsarbeit wichtig. Die Dankbarkeit hilft aus destruktiven Elementen herauszukommen und die Fülle zu erkennen, die Demut ist der Mut zu dienen, die Disziplin ist der Weg zum ständigen Glücklichsein und hilft die Trägheit zu überwinden. In der darauf folgenden kollektiven Aufstellung mit den drei genannten Tugenden in Deutschland zeigte sich die zentrale Stellung der Disziplin in Deutschland. Die dazugestellten erfolgreichen Arbeitnehmer verbündeten sich sofort mit ihr und instrumentalisierten sie, die Erfolglosen standen am Rand, die Demut brach zusammen, die Dankbarkeit kämpfte darum, anerkannt zu werden. Als der Gehorsam dazugestellt wurde, geriet alles aus den Fugen. Ein Schlaglicht auf die Situation in Deutschland.
Angela Forster

Lisa Böhm - Alles in mir, aber wie? Aufstellungen mit den Urprinzipien
Nach einer kurzen Einführung fanden 24 Stellvertreter für die 12 Urprinzipien - jeweils mit ihrer Licht- und Schattenseite -, die in jedem von uns wirken, ihren Platz im Kreis der Urprinzipien. Eine Workshop-Teilnehmerin stellte sich in die Mitte dieses Kräftefeldes und spürte die angenehme und unangenehme Wirkung der Kräfte. Durch An-sehen, Hin-spüren und ein paar von Lisa unterstützten Veränderungen in „spielerischer Leichtigkeit" fühlte sich schließlich die Protagonistin und jeder Stellvertreter an seinem Platz wohl. Im 2. Teil des Workshops konnte jeder mit Hilfe einer Collage und geführten Fragen die Qualität seines Sonnenzeichens erfahren und sich mit den anderen darüber austauschen. Lisa gab uns den Hinweis, dass der Sonnenplatz das Geschenk unseres Vaters repräsentiert, was einige tief berührte, und lud dazu ein, diese Qualität mit sich zu tragen und zu leben.
Annegret Chucholowski

Volker Fleing - Haltung und Achtsamkeit - Seelische Aspekte für eine erfolgreiche Selbständigkeit
Volker Fleing erklärte anfangs sein Konzept der 5 Säulen, die den 4 Elementen Erde, Wasser, Luft und Feuer zugeordnet sind. Daran schloss sich eine Aufstellung an, in der es um das Thema ging: Die seelischen Aspekte der Selbständigkeit, um erfolgreich selbständig zu sein. Der Klient betrachtete die Säulen aus der Mitte und stellte sie für sich passend um.

  1. Erdelement - Mein Platz - Darf ich...? Hindernisse, sich Zuhause fühlen
  2. Wasserelement - Kern-Kompetenz, Ressourcen. Was wurde mir mitgegeben?
  3. Luftelement - Kommunikation, Präsenz, Werbung
  4. Feuerelement - Idee, Begeisterung, Freude...Wofür brenne ich?
  5. FOKUS: Erfolg, Wertschätzung, Anerkennung, Wachstum
    Ursula Hauffen-Neumann

Marion Lockert - Im Einklang mit mir -Matrix-Aufstellung nach den sieben Archetypen der Seele
Zu Beginn des Workshops definierte Marion Lockert die Begriffe Psyche, Geist, Körper und ihre Sichtweise der Seele, die sie von Varda Hasselmann und Frank Schmolke übernommen hat. Dann ließ sie die TN auf sieben unterschiedlichen Bildern stehend erfühlen, welches ihnen am ehesten entsprach. Als nächstes erklärte sie die Seelen-Matrix, Grundlage für unsere Persönlichkeit. Diese besteht aus sieben Elementen: Seelen-Rolle oder Essenz, Ur-Ängste (Haupt-und Nebenmerkmal), Entwicklungsziel, Modus (... mit dem das Entwicklungsziel erreicht wird), Mentalität, (Stress) Reaktionsmuster und Seelenalter.
In einer Power-Point Präsentation, die aus Bildern bestand und die mit Musik untermalt war, stellte sie die einzelnen Charaktere dieser Matrix-Elemente (sieben Archetypen der Seele) vor, sodass jeder Teilnehmer noch einmal wahrnehmen und erfühlen konnte, welche für ihn stimmig waren.
In einer praktischen Aufstellung mit einer Teilnehmerin (Ziel: endlich die eigene Website erstellen zu können) demonstrierte Marion Lockert ihre Art zu arbeiten.
Die Fragen während und die Gespräche im Anschluss des Workshops zeigten, wie sehr Marion Lockert das Interesse der Gruppe geweckt hatte.
Dr. Felicitas McCarthy

Lorette Purucker - die Weisheit des Enneagramms
Lorette Purucker hat uns behutsam und liebevoll in die Welt des Enneagramms eingeführt. Sie nutzt dieses Modell in ihrer Arbeit, um Klienten einen spielerischen Weg zu sich selbst zu ermöglichen. Dabei verwendet sie entsprechende Symbole und Essenzen. Wird das eigene Naturell und das der anderen in seiner stärkenden und schwächenden Kraft verstanden, kann es helfen, als Brücke in Beziehungen zu dienen.
Marianne Wiendl

Barbara Theiss, die Band Rejoyce und die Welt der 5 Rhythmen sorgten für einen bewegten musikalischen Ausklang des Tages.

Der dritte Tag - im Zeichen der Dankbarkeit stehend wurde musikalisch von Wolfgang eingeläutet. Lisa Böhm startete mit den Worten in den Tag: „Man kann nicht dankbar und zugleich unglücklich sein" und begrüßte

Ph.D. Hunter Beaumont mit berührenden Worten.
Es folgte von und mit ihm der Vortrag „Dankbarkeit als seelische Bewegung". Im Anschluss konnten Fragen gestellt werden. Hunter sprach von der Seele, die kein metaphysisches Konzept ist, sondern spürbare Wirklichkeit. Er sprach von ihr als eine lebendige Substanz, die man fast riechen, schmecken kann, die wir streicheln und uns von ihr streicheln lassen können, der Volksseele, der individuellen und Familienseele. Angeregt von Natascha Kampuschs Geschichte hatte er den Titel in „Dankbarkeit und Vergebung als seelische Bewegung" geändert. Aus seiner Sicht überlebte Natascha, weil sie dem Täter jeden Tag vergeben konnte - Vergebung als Strategie, um mit der Pein umgehen zu können -und sogar Liebe für ihren Peiniger empfinden konnte. Hass im Zusammenhang mit ihrem absoluten Ausgeliefertsein hätte sie getötet. Hier zeigte sich die Vergebung als seelische Bewegung, die befreit. Diese Vergebung hat jedoch nicht verdrängt, dass sie auch Opfer war und diese seelische Bewegung entschuldigt den Täter nicht. Zu einem späteren Zeitpunkt ließ er uns an einer persönlichen Geschichte teilhaben in der er aufzeigte, wie sich Hass in tiefe Zuneigung wandeln kann, wenn der Hass den Platz bekommt den er braucht. Hunter Beaumont ließ uns mit seinem Vortrag in seine Seele blicken und öffnete die unsere und damit unsere Herzen. Mit ihm vertiefte sich das schon vorhandene Mitgefühl, ein Für- und Miteinander für das es keine Worte gibt. Standing Ovations zeigten die Zuneigung, die Achtung und Dankbarkeit für Hunter Beaumont.

Nach der kurzen Mittagspause folgte der Vortrag von Wolf Schneider Dankbarkeit und Heiter". Nach der Dankbarkeit gibt es noch etwas - den Humor. Der Zuhörer erfuhr, für Wolf Schneider ist Humor eine ernste Sache, erst wenn er über sich selbst lachen kann, kommt die Leichtigkeit. Mit ernsten, tiefen und karikaturistischen Elementen nahm er die Therapeuten und sich selbst unter die Lupe und auf die Schippe - nach dem Motto: „Sei dir selbst ein Witz."

In der Abschlussrede von Lisa benutzte sie die Erkenntnisse von Gerald Hüther: Was nötig ist, um etwas gelingen zu lassen. Vertrauen in die eigene Kompetenz, Vertrauen, dass andere da sind, wenn es alleine nicht weiter geht und Vertrauen, dass es eine Kraft gibt die hält und trägt - um nochmal an alle zu denken und zu danken, die an der Veranstaltung beteiligt waren.

Auch Barbara Innecken dankte nochmal allen Beteiligten für die persönliche und berufliche Bereicherung durch diese Tagung. Sie bat nochmal alle Helfer auf die Bühne, um ihnen gemeinsam mit dem gesamten Vorstand bayerische Lebkuchenherzen und eine Rose zu überreichen. Als Lisa Böhm als Dankeschön mit Blumensträußen und einem großen Lebkuchenherz bedacht wurde, dankten ihr alle Anwesenden mit Standing Ovations für ihr „Gesamtkunstwerk".

Mit einigen Chants und einem letzten Gong endete diese bereichernde, intensive, beseelende Tagung, bei der wir Wertschätzung, Achtsamkeit, ein Mit- und Füreinander erleben durften. Mit diesen drei Tagen wurden Türen für etwas Neues geöffnet...
Martina Hamann/ Gesamtbericht und Koordination