Treffen der Vollversammlung Weiterbildung
(20.- 21.4.2009 in Berlin)
von Barbara Innecken
Nach drei Jahren intensiver Vorarbeit der vorläufigen Weiterbildungskommission für die Weiterbildungsrichtlinien war es am Nachmittag des 20. April so weit: Die frisch zertifizierten Lehrtherapeuten/Lehrtrainer (DGfS) und Leitereiner anerkannten Weiterbildung trafen sich zu ihrer 1. Vollversammlung im neu eröffneten Seminaris Campus Hotel in Berlin.
Jakob Schneider, 1. Vorsitzender der DGfS und Moderator des Treffens, freute sich über die vielen Teilnehmer, die aus ganz Deutschland – von Bremen bis zum Alpenrand – angereist waren, und meinte zur Begrüßung: „In gewisser Weise symbolisiert dieses Treffen einen Abschied vom ‚Paradies der Aufstellungsarbeit’. Wir befinden uns in einem notwendigen Prozess der Strukturierung und Institutionalisierung - lasst uns dabei den ‚guten Geist’ und die Kreativität, die unserer Arbeit innewohnt, im Auge behalten!
“Nach der Begrüßung regte Hunter Beaumont in seinem Vortrag „Lernen durch Lehren - eine persönliche Haltung beim Lehren“ die Anwesenden zur Selbstreflexion an. Es waren vor allem zwei Fragen, die ihm dabei am Herzen lagen: Reicht es aus, wenn wir Aufstellungen leiten und lehren, ohne dabei die Erkenntnisse der neurobiologischen, genetischen und epigenetischen Forschung der letzten 15Jahre zu berücksichtigen? Und: Wie gehen wir mit unserem eigenen Narzissmus um, der bei „erfolgreichen“ Aufstellungen genauso allgegenwärtig ist wie bei Aufstellungen, die nicht recht vorangehen? Diese beiden Fragen wurden im Anschluss an den Vortrag in Kleingruppen erörtert und die Ergebnisse in der Großgruppe ausgetauscht.
Erdmuthe Kunath und Hedy Leitner-Diehl, die die Vollversammlung gemeinsam mit dem Vorstand der DGfS vorbereitet hatten, berichteten über die Arbeit der vorläufigen Weiterbildungskommission. In den Jahren 2006–2008 erarbeitete diese Kommission die Grundlagen der Weiterbildungsrichtlinien der DGfS. An diesem Prozess waren beteiligt: Freda Eidmann, Michaela Kaden, Hans-Peter Milling und Gerhard Walper. Erdmuthe Kunath und Hedy Leitner-Diehl waren nicht nur von Anfang an dabei, sondern stellten auch von 2008 bis 2009 die Weiterbildungsrichtlinien im Detail fertig und beantworteten in enger Kooperation mit der Anerkennungskommission die in dieser Phase zahlreichen Anfragen der Kollegen.
Margret Barth und Heinrich Breuer berichteten über die Arbeit der Anerkennungskommission, in der auch Helmut Blauen- Barth und Monika Hörter mitarbeiteten. Diese Kommission prüfte und bearbeitete als ausführendes Organ der Weiterbildungskommission die bisher eingegangenen Anträge der Kollegen. Margret und Heinrich gaben der neu zu wählenden Weiterbildungskommission eine Reihe nochoffener Fragen mit auf den Weg und baten die den Antragstellenden Kollegen dringend um Vollständigkeit der Unterlagen, um die Bearbeitung der Anträge zu erleichtern. Mit einem herzlichen Dank und Applaus für ihr sehr arbeitsundzeitaufwendiges Engagement wurden beide Kommissionenverabschiedet. Ihre Arbeit hat die DGfS auf ihrem Weg der Qualitätssicherung einen Riesenschritt nach vorne gebracht!
Als nächster Tagungsordnungspunkt stand die Wahl der Mitglieder des neuen, ständigen Weiterbildungsausschusses an. Einstimmig bei einer Enthaltung wurden gewählt und nahmen die Wahl an: Heinrich Breuer, Almut Grosse-Parfuß, Hans-Peter Milling, Heinz Stark, Theresa Weismüller. Der neu gewählte Ausschuss benannte Hans-Peter Milling zu seinem Sprecher.
Der Weiterbildungsausschuss benannte außerdem die Mitglieder der neuen Anerkennungskommission: MargretBarth, Heribert Döring-Meijer und Roland Schilling, die sich gerne dazu bereit erklärten.
Hunter Beaumont berichtete sodann über den derzeitigen Stand der Entwicklung der ISCA, der International Systemic Constellations Association, deren Präsident er ist. Die Entwicklung der ISCA zum Dachverband der nationalen Verbände und Institute wäre nach Meinung vieler anwesender Lehrtherapeuten sehr wünschenswert. Diese Entwicklung braucht aber noch viel Geduld und aktive Unterstützung, da die kulturellen Unterschiede sehr groß und die nationalen Standards sehr verschieden sind. Hunter Beaumont gab der Überzeugung Ausdruck, dass das systemische Denken zur Hoffnung auf unserem Planeten beitragen kann, und stellte die Frage, ob und inwieweit ISCA die Vernetzung der systemisch Denkenden in aller Welt unterstützen kann.
Die verbleibende Zeit der Vollversammlung Weiterbildungstand dann im Zeichen der Arbeitsgruppen, die sich zu folgenden Themen bildeten: Vernetzung der Lehrtherapeuten, Deutung von stellvertretender Wahrnehmung, Therapeutische Liebe, Selbstreflexion, Fragen zur Weiterbildung, Trauma als definierter Teil der Weiterbildung, Methodisch-didaktisches Handwerkszeug, Systemisches Denken - Körperwissen - Präsenz. In der Schlussrunde wurde deutlich, dass für die Teilnehmer dieses Treffens über die detailreiche formale Arbeit hinaus eine Herzensqualität spürbar war, durch die sich alle auf eine gute Weise verbunden und motiviert fühlten. Es wurde der Wunsch nach weiteren – auch regionalen –Treffen der Lehrtherapeuten und nach noch mehr Zeit für inhaltliche Arbeit geäußert. Jakob Schneider meinte in seinem Schlusswort: „Dass so viele Teilnehmer zu dieser Vollversammlung gekommen sind, werte ich als ein gutes Zeichen für die Unterstützung unserer Verbandsarbeit!“
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Bericht vom 1. Treffen der Vollversammlung Weiterbildung

